Trotz des offiziell verkündeten Friedensschlusses zwischen Bundesbankpräsident Axel Weber und Bundesfinanzminister Peer Steinbrück im Streit um den Verkauf des Notenbankgoldes stichelt die Regierung weiter. In einer Antwort auf eine parlamentarische Anfrage der FDP-Fraktion rechnet die Bundesregierung vor, dass der Buchwert des Goldschatzes nur rund 8,1 Milliarden Euro, der derzeitige Marktwert aber etwa 50,6 Milliarden Euro betrage. Wenn die Bundesbank - wie vom internationalen Goldabkommen erlaubt - pro Jahr 120 Tonnen ihres Goldes verkaufen würde, würde das ihren Gewinn um 1,5 Milliarden Euro erhöhen. In fünf Jahren wären das 7,5 Milliarden Euro, die den Finanzen des Bundes zugute kämen.

Auch mit den Zusammenhängen zwischen Gold- und Devisenmärkten lasse sich nicht die gegenwärtige Höhe der Goldreserven der Deutschen Bundesbank begründen, kritisiert die Regierung die Haltung der Bundesbank, die sich unter Berufung auf ihre Unabhängigkeit bisher den Berliner Forderungen nach Goldverkäufen verweigert. Denn bei Verkäufen, z.B. im Rahmen des laufenden Goldabkommens, sei nicht mit einer Stabilitätsgefährdung zu rechnen.