Das serbische Parlament hat eine neue Kleiderordnung verabschiedet: T-Shirts und Turnschuhe stehen auf dem Index. Einfarbige dunkle Blue Jeans allerdings sind erlaubt. Die Kameramänner, denen neulich aus ebenjenen Gründen das Hausrecht verweigert wurde, schauten erst verdutzt, liefen dann aber rasch nach Hause, um, angemessen gekleidet, erneut Einlass zu begehren. Das zeichnet sie als brave Bürger aus, lässt aber Zweifel am Standesbewusstsein der serbischen Medien aufkommen. Denn niemand protestierte oder solidarisierte sich mit den weggeschickten Kollegen. Dabei würden selbstbewusste und nicht eilfertige Beobachter in Serbien benötigt, denn Arbeit und Ansehen der Parlamentarier werden immer wieder von Korruptionsaffären überschattet. Aber statt dass die serbische Presse die Arbeit der Abgeordneten kontrolliert, kontrollieren die Abgeordneten nun die Garderobe der Journalisten. Ach, Serbien!