Aber das war vor langer Zeit. Lange vor dem "Micky-Maus-Staatsstreich" der Bush-Regierung und dem Krieg gegen den Terror: "Glaubt ihr, Araber wären dumm? Versucht mal, mit römischen Ziffern schriftlich zu dividieren." Lange auch vor dem Krieg gegen die Drogen, der doch die für Vonnegut schlimmste Droge außer Acht lässt, das Petroleum, "das ist doch wirklich ein zerstörerisches High! Man füllt etwas von dem Kram in sein Auto und kann mit hundertsechzig km/h dahinrasen, den Hund des Nachbarn überfahren und die Atmosphäre in kleine Stücke reißen. Hey, solang wir sowieso homo sapiens sind, warum nicht herumblödeln?"

Und so ist dieses Buch, das von Harry Rowohlt wunderbar übersetzt wurde. Es ist eine extrem gut gelaunte Zivilisationskritik – die einzige Art von Zivilisationskritik, die eigentlich überhaupt erträglich ist. Es ist aber viel mehr. Es ist Literatur als Leichtigkeitsübung, als Entspannungstrick, als eine Meditation über das, was wir tun sollten, wenn wir schon mal hier sind. Und es ist, also doch, ein Roman geworden, ein sehr ungewöhnlicher, ein Buch wie ein Freund, den man immer mal wieder um Rat oder Trost fragen kann oder der einen aufheitert.

Ein Freund wie Saul Steinberg, "der weiseste Mensch, den ich je im Leben kennengelernt habe". Der wusste auf eine der Grundfragen der Literatur eine einfache Antwort: "Es gibt zwei Arten von Künstlern, und die eine ist der anderen nicht im mindesten überlegen. Aber die eine reagiert auf die bisherige Geschichte ihrer Kunst, und die andere reagiert auf das Leben selbst."

Und so ist Vonnegut. Er schreibt Grabsprüche für Überlebende. Er hüpft herum. Er hat sich in einen Frosch verwandelt, mit einem großen Schnurrbart und einer Pall Mall im Maul.