Dass dieser Film die erfolgreichste tschechische Produktion aller Zeiten ist, spricht für seine Zuschauer. Schließlich muss man sich mit seinen Helden durch allerlei Schicksalswindungen kämpfen, bis die ersten kleinen Glücksfunken am Horizont erscheinen. In Jahreszeit des Glücks erzählt Bohdan Sláma von Monika, einer jungen Frau, die mit ihrem Eltern in der Hochhaussiedlung einer kleinen tschechischen Industriestadt lebt. Wie alle anderen will sie weg, nur weg, endlich raus aus diesem grauen Land, in ein anderes Leben, in die USA zum Verlobten. Als ihre Nachbarin in die Psychiatrie kommt, springt Slámas Heldin jedoch als Ersatzmutter für deren kleine Söhne ein. Es ist ein stiller, selbstverständlicher Entschluss, gefasst zwischen Putzen, Kochen und Aushilfsarbeiten. Und jawohl, in diesem Film geht es um Alltag und Nieselregen, um Armut und Arbeitslosigkeit, um trinkende Väter und ratlose Jugendliche, um Ehefrauen, die mehr schlecht als recht ihre Familien zusammenhalten. Dennoch hat Jahreszeit des Glücks mehr mit seinem Titel zu tun, als man zunächst vermuten könnte. Es gibt eben auch diese wunderbare Heldin, von deren großer Tat ganz klein berichtet wird. Es gibt die zart und zurückhaltend gefilmte Geschichte einer großen Liebe, die erst im allerletzten Moment zu sich kommt. Und die Erkenntnis, dass man in einem heruntergewirtschafteten, depressiven Land trotz allem froh werden kann, weil man sich ihm zugehörig fühlt.