Diversity streben viele amerikanische Universitäten bei der Auswahl ihrer Studienbewerber an. Die neue Vielfalt an der amerikanischen Elite-Universität Yale geht indes vielen zu weit. Einer der Studenten ist nämlich der 27-jährige Sajid Ramatullah Haschemi, Taliban-Sprecher a. D. Rechtfertigte er noch vor wenigen Jahren öffentlich die Schreckensherrschaft der afghanischen Fundamentalisten, besucht er heute Lehrveranstaltungen wie Die internationale Dimension der Demokratisierung. Yale sieht sich als Förderer internationaler Verständigung, Kritiker sprechen von moralischem Relativismus. Eins jedenfalls scheint klar: Der Umgang der amerikanischen Regierung mit ihren Gegnern bleibt undurchsichtig. Denn während viele in Guantánamo gefangen gehalten sind, sitzt Haschemi im Hörsaal - das nötige Visum stammt vom US-Außenministerium.