Es gibt ein neues Buch bei DVA. Als Autor ist Marcel Reich-Ranicki angegeben, es heißt Aus persönlicher Sicht und versammelt Gespräche, die der Literaturkritiker mit Journalisten zwischen 1999 und 2006 führte. In der Redaktion ging vorvergangene Woche ein Brief ein. Der Verlag bittet, dieses Buch keinesfalls zu besprechen. In der Herstellung habe sich ein kleiner Fehler eingeschlichen.

Man hält es in der Hand, die Paginierung stimmt, die 370 Seiten sind ordentlich gebunden, der Umschlag in hellblauem Ton gehalten. Schön. Wo steckt der Fehler? Ja, sagt der Sprecher von DVA, Markus Desaga, es habe einige Ungenauigkeiten beim Lektorat eines Gesprächs, das Elke Heidenreich führte, gegeben. Kleinigkeiten, man solle da jetzt bloß aus einer Mücke keinen Elefanten machen. In Kürze gebe es ein korrigiertes Exemplar.

Nachgefragt bei Elke Heidenreich: Mich hat niemand von DVA um die Rechte an der Veröffentlichung gebeten. Ich habe erst davon erfahren, als es nicht nur gedruckt, sondern bereits ausgeliefert war - unglaublich.

Und der Fehler? Das Gespräch, das bei der lit.Cologne 2005 vom WDR aufgezeichnet wurde, sei ohne Bearbeitung übernommen worden. Dabei, so Heidenreich, wurde aus Beckmesserei Bettnässerei, aus dem Autor Koeppen ein Herr Kötten, aus der Hitlerei, von der MRR spricht, eine Hinterei.

Das Buch sei ein schlampiges, liebloses Unternehmen. Will man aus MRR nur noch Geld machen?