Die Drehrichtung des Schneckenhauses wird "matroklin dominant-rezessiv" vererbt, wie die Genetiker sagen. Das heißt: Die Windung wird von den Genen der Schneckenmutter bestimmt und folgt im übrigen den Mendelschen Regeln. Bei der Weinbergschnecke ist die dominante Drehrichung rechts herum (wenn man von oben auf die "Spitze" des Hauses schaut). Schnecken mit linksdrehendem Gehäuse sind selten, nur jede zehntausendste bis millionste Weinbergschnecke ist "andersherum", sie werden auch "Schneckenkönig" genannt.

Mit der Erddrehung hat das allerdings nichts zu tun. Bei anderen Schneckenarten (auch auf der Nordhalbkugel!) ist linksherum der Normalfall. So unterscheidet sich bei den Schließmundschnecken die Drehrichtung von Art zu Art. Deshalb muss man wohl davon ausgehen, dass die Vorliebe für eine bestimmte Windungsrichtung nichts als eine Laune der Natur ist. Christoph Drösser

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