Dem amerikanischen Pharmakonzern Merck droht eine Klagewelle: In der vergangenen Woche sprach eine Jury in Atlantic City, New Jersey, einem Patienten Schadensersatz in Höhe von neun Millionen Dollar zu. Er hatte das Merck-Schmerzmittel Vioxx genommen und danach einen Herzinfarkt erlitten.

Merck stellt sich auf weitere Klagen ein, was auch mit einer cleveren Innovation der Anwaltsfirma Herman, Herman, Katz & Cotlar (HHKC) zu tun hat.

Die Anwälte bieten jedermann, der gegen Merck vorgehen will, ein komplettes Klagepaket mit Dokumenten und einschlägigen juristischen Schriften an.

Etwa 200 Firmen sollen die Unterlagen bereits bestellt haben, die kostenlos sind, solange ein paar Prozent eventueller Entschädigungszahlungen für HHKC abfallen. Durch das vorbereitete Material kostet eine Schadensersatzklage nicht mehr mehrere hunderttausend Dollar, sondern nur noch ein Zehntel davon.

Für Merck werden die Verfahren freilich nicht billiger. Der Konzern will jeden Fall einzeln prüfen und hat dafür 685 Millionen Dollar auf die hohe Kante gelegt.