Wieso den Schwarzen Peter gleich den Schülern zuschieben? Die seit mehreren Jahrzehnten existierenden Probleme an deutschen Schulen, vor allem an Hauptschulen, nicht erkannt zu haben spricht für Realitätsferne und Verantwortungslosigkeit der Politiker. Wieso haben Politiker aller Couleur die Mittel, die ihnen zur Verfügung standen, nie ausreichend ausgeschöpft?

Fehlende Lehrerstellen wurden trotz enormer Kritik nicht besetzt, Ganztagsschulen nicht rechtzeitig gefördert.

Ignoriert wurden auch die Zukunftsperspektiven der Hauptschüler: keine Ausbildungsplätze oder in Weiterbildungsmaßnahmen geparkt, 40 Prozent aller ausländischen Mädchen bekommen keine Lehrstellen, obwohl sie bessere Schulabschlüsse als ihre Mitschüler vorweisen. Hier zeichnet sich eine Katastrophe ab.

Unternehmen und Ausbildungsbetriebe sind genauso in der Pflicht wie die Politik. Doch der brandenburgische Innenminister Schönbohm bietet stattdessen den Schülern einen Schnupperknast an.

Kinder mit Sprachdefiziten will Ministerpräsident Stoiber in Sonderschulen abschieben. Was wollen wir eigentlich: Integration oder Separation? Diese Kinder sind nicht lernbehindert, sondern auf Sprachförderung angewiesen. Mit dieser Maßnahme schüfe Stoiber genau das, was er sonst permanent kritisiert: die Parallelgesellschaft.

Dagegen weist der Vorstoß des niedersächsischen Innenministers Schünemann in die richtige Richtung. Er fordert, den im Zuwanderungsgesetz festgelegten Deutschunterricht für Jugendliche bis zu 27 Jahren von 600 auf 900 Stunden zu erhöhen.

Leider ist die Ausländerpolitik in Deutschland immer noch hauptsächlich reine Wahlkampf- und Sicherheitspolitik, bei der man nicht mit, sondern immer nur über die Ausländer redet.