Im Juli 1945 testeten die USA erstmalig eine atomare Bombe, einen Monat später erfolgte der Abwurf auf Hiroshima und Nagasaki. 1949 testete die Sowjetunion ihre erste atomare Bombe; es folgten 1952 England, 1960 Frankreich und 1964 China. Unabhängig von ihrer Qualität als Atomwaffen-Staaten sind diese fünf Siegermächte des Zweiten Weltkrieges gemäß der Charta der Vereinten Nationen ständige Mitglieder des UN-Sicherheitsrates und haben dort jeder für sich das Recht zum Veto. BILD

Die fünf haben 1968 den Vertrag zur Nichtverbreitung atomarer Waffen (Non-Proliferation Treaty, NPT) verabredet, der 1970 in Kraft getreten ist. Seither sind 188 Staaten (einschließlich Deutschlands) dem NPT-Vertrag beigetreten. Nicht beigetreten sind (unter anderen) Indien, Israel und Pakistan; alle drei haben sich atomar bewaffnet.

Nordkorea war 1985 Partner des NPT geworden, hat den Vertrag aber 2003 rechtlich einwandfrei gekündigt. Zwei Jahre später hat die nordkoreanische Führung bekannt gegeben, atomare Waffen zu besitzen. Ob dies tatsächlich zutrifft, ist ungewiss. Wohl aber wird nicht bezweifelt, dass Nordkorea über die für eine atomare Bewaffnung nötigen technischen Voraussetzungen verfügt. Verhandlungen der drei Atomwaffen-Staaten USA, Russland und China sowie Japans und Südkoreas mit Nordkorea sind bisher ohne Ergebnis geblieben.

Der Irak ist Partner des NPT. Es gibt keinerlei Beweis für eine heimliche Vertragsverletzung und für atomare Bewaffnung, wie sie vor dem Irak-Krieg von einigen westlichen Medien und Politikern unterstellt wurde.

Iran ist gleichfalls Partner des NPT. Es hat sich den im Rahmen des NPT erfolgenden Kontrollen durch die Internationale Atomenergie-Agentur (IAEA, Sitz Wien) unterworfen. Es gibt Beanstandungen durch die IAEA; vor allem aber gibt es in Washington, in Moskau und in Brüssel die Besorgnis, dass die iranische Anreicherung von Uran für Zwecke der zivilen Energieerzeugung – welche nach dem NPT ausdrücklich zulässig ist – darüber hinaus auch einer späteren atomaren Bewaffnung dienen soll. Ein Beweis dafür liegt bisher nicht vor. Irans oberster geistlicher Führer Ajatollah Chamenei hat im August 2005 eine Fatwa erlassen (und der IAEA notifiziert), welche Herstellung und Gebrauch atomarer Waffen verbietet. Gleichwohl haben jüngste Reden des gegenwärtigen Staatspräsidenten Ahmadineschad wegen ihrer außenpolitischen Aggressivität, insbesondere der drohenden Töne gegenüber Israel, die Besorgnisse erheblich verstärkt. Verhandlungen der fünf ursprünglichen Atomwaffen-Staaten und Deutschlands mit Iran sind bisher ergebnislos geblieben.

Die IAEA hat im Rahmen ihrer Inspektionstätigkeit und ihrer alle fünf Jahre stattfindenden Bewertungskonferenzen im Laufe der Jahrzehnte mancherlei Beanstandungen und Empfehlungen ausgesprochen. International umstritten sind bisher die Stationierung atomarer Waffen im Rahmen der Nato auf dem Gebiet von Nichtatomwaffenstaaten und deren Kooperation. International umstritten ist vor allem das Verhalten der NPT-Partnerstaaten USA und Russland, weil sie ihrer Verpflichtung zur atomaren Abrüstung nach Artikel VI des NPT nicht nachkommen; jeder von beiden verfügt gegenwärtig über mehr als 5000 operative atomare Sprengköpfe. Die Zahlen an Kernwaffen der übrigen sechs Atomwaffen-Staaten sind jeweils mindestens um den Divisor 10 kleiner.

Im Falle Irans hat die IAEA den UN-Sicherheitsrat eingeschaltet. Der verlangt von Teheran, die Urananreicherung zu suspendieren. Dazu ist Teheran bisher nicht bereit. Der Westen sollte dennoch alles unterlassen, was den Konflikt mit Iran weiter verschärfen könnte. Auf Deutschland kommt es dabei viel weniger an als auf Amerika. Washington aber sollte weiter auf Verhandlungen setzen, statt schon wieder mit einer "Koalition der Willigen" zu drohen.