ROLF BOSSERT (1952-1986)

Zwinkert der trunkene Dill lacht sich Die Dirn an die fesche Möhre Und das vergessene Blümchen die Petersilie drückt scheu In den Boden den Blick Die Zwiebel wackelt: meine Hüften Sind rund Estragon kommt er Zupft an der roten Nelke im Knopfloch Fauler Zauberer Knoblauch Schreit heiser sein: Maskenball!

Bohnenkraut! Pfeffer im Arsch!

Tja seufzt die Oma und plötzlich Erschien die Berittene Polizei das war Ihnen viel zu politisch verstehst du?

Rolf Bossert: Ich steh auf den Treppen des Winds

Gesammelte Gedichte 1972-1985 -

herausgegeben von Gerhardt Csejka - Schöffling & Co., Frankfurt a. M. 2006 - 347 S., 24,90 e