Der Drang deutscher Unternehmen nach Osten hält an - und Enttäuschungen bleiben nicht aus. Die Deutsch-Polnische Industrie- und Handelskammer in Warschau veröffentlichte Anfang der Woche eine für Polen ernüchternde Umfrage. Danach erklärt fast jeder dritte ausländische Investor, er würde seine Entscheidung nicht noch einmal zugunsten des Landes treffen.

Qualifikation, Lohnniveau und Arbeitsgesetzgebung sind, so eine Umfrage bei 1000 Unternehmen in 14 Ländern, Polens Trümpfe im Wettbewerb um ausländische Investoren. Doch sie verlieren an Gewicht, weil die öffentliche Verwaltung ein großer Schwachpunkt sei. Besonders schlecht schneidet Polen bei den Punkten politische Stabilität und wirtschaftspolitische Berechenbarkeit ab. Kammerchef Lars Bosse sieht denn auch den Standort gefährdet, wenn die polnische Regierung nicht massiv in die Infrastruktur investiert und die Entbürokratisierung von Sozialsystemen, Verwaltung und Justiz ernsthaft in Angriff nimmt.