Bei dieser Katastrophe wurden die unterschiedlichsten radioaktiven Atomkerne freigesetzt. Deren Halbwertszeit (also die Zeit, in der statistisch die Hälfte der Kerne zerfällt) ist jedoch äußerst unterschiedlich: So ist der Fallout von Jod-131 (Halbwertszeit: 8 Tage) und Cäsium-134 (2 Jahre) praktisch verschwunden. Sorgen macht vor allem das Isotop Cäsium-137 mit seiner Halbwertszeit von 30 Jahren. Im Ökosystem Wald bleiben die radioaktiven Elemente weitgehend erhalten. Dort sammeln sie sich zum Beispiel in Trüffeln an, die dann von Wildschweinen ausgebuddelt werden. So betragen auch heute noch die Werte für Wildschweinfleisch das Elffache des Grenzwerts für Nahrungsmittel. Die Cäsiumbelastung der südbayerischen Böden ist seit Tschernobyl nur um etwa ein Viertel gesunken. Das Erbe der Katastrophe bleibt uns also noch eine Weile erhalten. Christoph Drösser

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