Wahlkampf kostet Geld, das ist bekannt. Plakate an den Straßen, Werbespots im Fernsehen, Sonnenschirme und Fähnchen in der Fußgängerzone und Make-up für die Stars. Ein Jahr nach den Wahlen in Großbritannien wurden jetzt die einzelnen Posten veröffentlicht, die die Parteien als Wahlkampfkosten abgerechnet haben. Der ehemalige Tory-Vorsitzende Michael Howard beispielsweise hat 3600 Pfund (5200 Euro) für Schminke ausgegeben. Cherie Blair, Frau des Premierministers, schaffte sich für die heiße Phase einen Leibfriseur an, der am Ende eine Rechnung von 7700 Pfund (11 000 Euro) stellte. Und Charles Kennedy, ehemaliger oberster Liberaldemokrat, kaufte sich auf Parteikosten sechs Anzüge für insgesamt 4800 Pfund (6900 Euro).

Im britischen Wahlkampf sollen aber nicht nur alle gut ausehen, es soll auch Spaß machen. Labour belustigte Zuschauer auf einer Veranstaltung mit Star Trek-Kostümen, und die Konservativen bestellten einmal Murmeltierkostüme aus Amerika. Tory-Mann Ed Vaizey fragt sich nun allerdings, ob die Wähler solche Ausgaben wirklich wertschätzen.