Der Papst spielt Verstecken in der Gruft des Petersdoms. Er ballert mit einem Maschinengewehr herum. Sein zynischer Assistent beutet behinderte Kinder für Imagezwecke aus, und die Kardinäle schlürfen Cocktails am Vatikan-Pool. Das ist Popetown. Nein, Popetown ist keine unerträgliche Beleidigung des katholischen Glaubens. Die MTV-Cartoon-Serie um einen infantilen, dämlichen Papst, korrupte Kardinäle und medienverliebte Nonnen ist auch keine Verhöhnung der religiösen Gefühle, wie die Anti-Popetown-Aktivisten behaupten. Es ist leider noch schlimmer. Diese Serie ist eine Beleidigung der Intelligenz jedes Zuschauers, egal ob religiös oder agnostisch.

Die antiklerikale Karikatur hat eine ehrenwerte Tradition. Popetown versündigt sich als lieblose Zeichentrickversion der abgenutztesten Kirchenhasser-Klischees nicht zuletzt an ihr. Diese Serie interessiert sich gar nicht für reale Missstände in der Kirche. Die Kirche, krakeelt es aus dieser Serie, ist genauso infantil wie wir bei MTV. Könnte es sein, dass man dem Papst seinen Pop-Appeal (Weltjugendtag!) neidet? Verbieten? Ach was!

Popetown schadet MTV mehr als der Kirche.