13. Liegen die Ausländer den Deutschen auf der Tasche?

Zuwanderer tragen mehr zur Finanzierung des Sozialstaats bei, als sie ihn kosten – auf den ersten Blick erscheint dieser Befund so überraschend, dass er einer Erklärung bedarf. Ursache dieser Bilanz ist, dass der negative Effekt der hohen Arbeitslosigkeit unter Ausländern überwogen wird von zwei positiven Effekten, die weniger im Blickpunkt der Öffentlichkeit stehen: Zuwanderer erreichen Deutschland in der Regel als junge Erwachsene, in einem Alter also, in dem sie sofort zu Steuer- und zu Beitragszahlern der Sozialversicherungen werden können, während Kinder und Jugendliche mehr kosten, als sie leisten. Außerdem erwerben Zuwanderer infolge ihrer vergleichsweise kurzen Erwerbsbiografien in Deutschland und ihrer relativ schlecht bezahlten Arbeit niedrigere Rentenansprüche als Deutsche. Einnahmen und Ausgaben, die ein durchschnittlicher Zuwanderer im Jahr verursacht (Angaben in Euro) BILD

Der Bericht des Sachverständigenrats für Zuwanderung und Integration, dessen Angaben der Grafik zugrunde liegen, stammt aus dem Jahr 2004, trifft aber konkrete Aussagen lediglich rückblickend für das Jahr 1997. Allerdings, heißt es am Schluss, sei anzunehmen, »dass entsprechend günstige Effekte auch von zukünftigen Immigrationen nach Deutschland ausgehen«.

14. Arbeiten Ausländer härter als Deutsche?

In den Betrieben der Zuwanderer, schreibt das Mannheimer Institut für Mittelstandsforschung in einer neuen Studie, liege »die Wochenarbeitszeit von Migranten im Schnitt zwischen 3 und 6 Stunden über derjenigen von deutschen Selbstständigen«. Hinzu kommt, dass in den ausländischen Familienbetrieben rund 29.000 Familienangehörige der Inhaber unentgeltlich mithelfen.

15. Welche Dax-Unternehmen haben ausländische Chefs?

Von den 30 Dax-Unternehmen haben fünf einen Ausländer als Vorstandsvorsitzenden:

Deutsche Bank: Josef Ackermann (Schweiz)
Deutsche Börse: Reto Francioni (Schweiz)
Deutsche Lufthansa: Wolfgang Mayrhuber (Österreich)
MAN: Håkan Samuelsson (Schweden)
RWE: Harry Roels (Niederlande)

16. Wie gut sind die Chancen von Zuwanderern, im Laufe der Zeit den sozialen Aufstieg zu schaffen?

Es gibt in Deutschland Hinweise auf sozialen Fortschritt unter den Zuwanderern, doch sind sie vereinzelt und schwach. Schlimmer noch ist, dass diese Hinweise konterkariert werden von Entwicklungen, die eher eine weitere Abkoppelung befürchten lassen. Deutsche und ausländische Schulabsolventen nach Schulart, Angaben in Prozent BILD

17. Sind Ausländer häufiger arbeitslos als Deutsche?

Allgemeine und Ausländer-Arbeitslosenquote* in Deutschland 2004 BILD

18. Wie viele Ausländer arbeiten bei der Polizei?

Rütli-Schüler, Hassprediger, Straßenstrolche – sie alle machen Schlagzeilen. Doch die Polizei, die in den ungemütlichen Bezirken der multikulturellen Welt patrouillieren soll, spricht fast nur Deutsch. Von den rund 16.000 Berliner Polizisten stammen nur etwa 150 aus »nichtdeutschen Familien«. Da Streitigkeiten schlechter geschlichtet, Mentalitätsunterschiede kaum noch überbrückt werden können, setzt nun auch die Staatsmacht verstärkt auf Multikulti. Auch um den Vorwurf der »Ausländerfeindlichkeit« zu bekämpfen, suchen Berlins Polizeibehörden per Inserat und Flugzettel »Nachwuchs mit Migrationshintergrund«. Schon dieses Jahr sollen mehr Türken und Araber eingestellt werden.

19. Wie viele Arbeitsplätze schaffen Ausländer?

Die 137.000 türkischen, italienischen und griechischen Betriebe in Deutschland haben insgesamt etwas mehr als 600.000 Angestellte. Hinzu kommt die nur sehr vage abzuschätzende Zahl von Mitarbeitern, die bei Zuwanderern anderer Herkunft beschäftigt sind. Nach Auskunft des Mannheimer Instituts für Mittelstandsforschung liegt sie zwischen 340.000 und 780.000. Insgesamt stellen Migranten damit zwischen 3 und 4 Prozent aller Arbeitsplätze in Deutschland bereit, viele davon im Gastgewerbe (Italiener und Griechen) und im Einzelhandel (Türken).

Da diese Unternehmen vorzugsweise Landsleute einstellen, entlasten sie den Arbeitsmarkt in einem problematischen Bereich: bei den Jobs für gering Qualifizierte mit mäßigen Deutschkenntnissen.

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