Niederalteich

Am Donauufer bei Niederalteich in Niederbayern steht ein großes Holzkreuz.

Hier, in Blickweite der Klosterkirche St. Mauritius, beten jeden letzten Sonntag im Monat mehrere Hand voll Menschen des ökumenischen Gebetskreises Lebendige Donau für den Strom. Sie wollen, dass er weiter ungehindert fließen kann und nicht durch Staustufen und Kanäle in die Zange genommen wird. Einmal im Jahr segnet Emmanuel Jungclaussen, Alt-Abt des Benediktinerklosters Niederalteich, den meist friedlich zwischen Auwäldern und Wiesen dahinziehenden Fluss.

Eigentlich müssten sich die Gebete an die bayerische Staatsregierung in München richten, die sich auf Biegen und Brechen den Ausbau des letzten frei fließenden Stücks der Donau zwischen Straubing und Passau vorgenommen hat.

Sie will den Strom mit Staustufen bändigen, zum Nutzen der Schifffahrt zwischen Nordsee und Schwarzem Meer und der bayerischen Wirtschaft. Dazu gehört auch ein Durchstich der pittoresken Mühlhamer Schleife, eines der letzten Donau-Mäander.

Im März war eine wichtige Vorentscheidung für den Ausbau gefallen. Die Regierung von Niederbayern hatte sich im Raumordnungsverfahren für die Variante C/C 280 ausgesprochen - die Zahl steht für die angestrebte durchschnittliche Wassertiefe. Diese sieht den Bau einer Staustufe und eines mehr als zwei Kilometer langen Seitenkanals zur Umfahrung der Mühlhamer Schleife vor. Allein mit dieser Lösung, so die Behörde, könne die Schifffahrt auf dem Fluss spürbar verbessert werden. Die Eingriffe in die Natur seien gerade noch auszugleichen.

Während Wirtschaftsminister Huber die Entscheidung als fairen und gerechten Interessenausgleich zwischen Ökologie und Ökonomie begrüßte, sehen die Gegner des Projektes darin ein abgekartetes Spiel. Die Regierung von Niederbayern habe sich als Erfüllungsgehilfe der Staatsregierung erwiesen.