Da juckt es einen schon beim Hinsehen. In einem schuhkartongroßen Käfig an der Universität Regensburg schwirren Hunderte Exemplare der Gattung Aedes aegypti: Stechmücken. Was in hiesigen Breiten nur lästig ist, kostet in tropischen Regionen Millionen Menschen das Leben. Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) stirbt alle 30 Sekunden ein Mensch an einer von Mücken übertragenen Krankheit. »Die Biester im Käfig sind als Überträger von Gelbfieber und Denguefieber gefürchtet«, sagt Martin Geier. Auch das Chikungunyafieber, dem auf Réunion seit vergangenem Dezember rund hundert Menschen zum Opfer gefallen sind, wird von Aedes aegypti übertragen.

Seit mehr als zehn Jahren erforscht der Biologe Geier, wie Mücken ihre menschlichen Opfer finden. Jetzt haben er und seine Mitarbeiter eine Falle für die todbringende Brut entwickelt. Das 200 Euro teure Gerät, das bereits intensiv getestet wurde, ist so groß wie ein Papierkorb. An seiner Oberseite steigt außen ein mit Duftstoffen versetzter warmer Luftstrom auf. In der Mitte ragt ein schwarzes Plastikrohr hervor, durch das die Mücken eingesaugt werden. In einem Wasserbehälter verenden sie. Der Apparat soll helfen, das Mückenproblem aus der Welt zu schaffen.

Der große Bruder dieser tragbaren Falle macht lästigen Stechern hierzulande den Garaus. Er ist seit kurzem auf dem Markt. Das Gerät mit dem sperrigen Namen Flymoeli (fly and mosquito eliminator) funktioniert nach dem gleichen Prinzip, nur ist die Technik in eine Halbkugel aus Edelstahl eingebaut, die auf ein meterhohes Gestell montiert ist. Sein stolzer Preis: knapp 4000 Euro.

Ein Experiment soll zeigen, ob der Apparat funktioniert. Das Versuchsobjekt: der Autor. Aus einem Plexiglasrohr lässt ein Mitarbeiter Geiers 13 weibliche Tiere der Art Aedes aegypti frei (nur die Weibchen stechen, um sich mit Eiweiß zur Bildung von Eiern zu versorgen) – und mich mit ihnen allein. Nach wenigen Sekunden haben alle Mücken den etwa vier Meter weiten Weg zu mir gefunden und umschwirren mich. Mit einem Tischstaubsauger soll ich versuchen, sie zu fangen, bevor sie mich als Nahrungsquelle anzapfen. Die Bilanz: zehn Mücken eingesaugt, zwei zerquetscht, eine, die knapp unter der Decke ihre Kreise zieht und sich nicht für ihr potenzielles Opfer interessiert. Ich habe mir zwei Stiche eingefangen.

Beim zweiten Teil des Versuchs schwirren wieder 13 blutrünstige Mückenweibchen in den Versuchsraum. Statt auf einen Menschen treffen sie dort auf die Falle. Gleichzeitig mit dem Flymoeli wollen mich die Wissenschaftler nicht ins Zimmer schicken. Der Apparat sei für Mücken eben nur ein Imitat ihres natürlichen Opfers, sagt Geiers Kollege Andreas Rose. »Und gegen den Menschen kann kein Gerät anstinken.« Nach zehn Minuten darf ich in den Versuchsraum. Zwölf Mücken schwimmen tot im Wasserbehälter der Falle, eine umkreist sie. Von mir nimmt sie keine Notiz. Wer mückenfrei schlafen will, sollte also schon vor dem Zubettgehen die Falle im Schlafzimmer aufstellen.

Auf der Jagd nach ihren Opfern orientieren sich Stechmücken an vier Reizen:

• Sie fliegen auf Helligkeitskontraste.