Ich muss zum größten Bedauern für alle Frauen auf dieser Welt und vor allem die in der deutschen Gesellschaft zugeben, dass die Autorin Recht hat. Ich mache gerade Abitur, unter anderem in Französisch, und das auch deshalb, weil zwei meiner größten weiblichen Vorbilder Französinnen waren, Coco Chanel und Simone de Beauvoir. Ihre Lebensart und ihren Kampfgeist finde ich heute noch inspirierend für die so genannten Post-Frauen, denn wir sind noch lange nicht am Ziel der Gleichberechtigung angekommen.

Meine Französischlehrerin ist bisweilen die Einzige, die uns ermutigt, Karriere zu machen und uns nicht um den Ruf einer Rabenmutter zu scheren, sondern auch die männliche Emanzipation in Betracht zu ziehen. Auch sollen wir uns nicht so leicht zufrieden geben, sondern die großen Positionen anstreben.

Ich habe kürzlich einen Mann, Anfang 20, kennen gelernt, der wirklich der Meinung ist, dass Studienplätze für Frauen eine Verschwendung sind, da sie mit 25 ja sowieso Kinder kriegen und zu Hause bleiben.

Was soll ich dagegen wie tun???

CHRISTINE BEIN, WASSERBURG

Ich war beglückt über diese selbstkritische Analyse einer Situation, die ich schon länger beobachte. Männer wie Frauen signalisieren zurzeit häufig, dass es jetzt endlich reichen müsste mit diesen leidigen Frauenfragen, wir hätten doch längst alles erreicht. Wo denn, bitte schön?

Ich bin wohl eine Generation älter, 45 Jahre alt, verheiratet, habe drei Kinder und bin Pfarrerin mit einer ganzen Gemeindestelle. Möglich war das nur, weil mein Mann bereit war, acht Jahre lang Nurhausmann zu sein. Gesagt wurde mir schon oft, ich würde mich auf Kosten meines Mannes verwirklichen.