In Indien begrüßt einen an vielen Orten der Slogan »Incredible India«. Lange war Schach dort praktisch in Vergessenheit geraten, bis ein einfacher Mann namens Sultan Khan in den dreißiger Jahren des vergangenen Jahrhunderts als Diener mit seinem Herrn nach England kam, dort mit seinem Naturtalent mehrfach die Meisterschaft gewann und sogar die englische Mannschaft anführte, dann aber wieder nach Indien zurückkehrte und offenbar nie wieder Schach spielte. Unglaubliches Indien! BILD

Im Gefolge Sultan Khans und vor allem jetzt Anands ist eine Reihe junger, starker Großmeister nachgewachsen, die Indien zu einer führenden Schachnation machen. Unter anderem Harikrishna. Ganz und gar nicht in Orange, sondern in blütenreinem Weiß sitzt er auf auf einem Werbeposter der Gesellschaft Gail unter der Überschrift »Schach und die Kunst der Business-Strategie« vor einem Schachbrett, wobei ihm martialische Figuren in traditionellen Gewändern über die Schulter schauen.

Sehen Sie, wie er beim Welt-Cup im russischen Chanty-Mansijsk als Weißer sich bereits den ganzen Damenflügel hatte kahl fressen lassen und nun den Brasilianer Vescovi mit einem herrlichen Zug zur sofortigen Aufgabe bewegte, obwohl auch das banale 1.fxg7 auf Dauer gewonnen hätte?

Helmut Pfleger

Auflösung aus Nr. 18:

Wie gewinnt Schwarz am Zug in allen Varianten entweder die Dame oder setzt gar matt? Nach 1…Dh4+! 2.Ke5 (2.Kf3 Dh1+ mit Damengewinn) Dh8+! (schwer zu sehen, dieses Schachgebot) gab Weiß schon auf. Sofort geht die Dame nach 3.Df6 Lg7 oder 3.Kd5 Dh1+ verloren, eine Spur länger dauert’s nach 3.Ke6 Dh3+ 4.Kd5 (4.Ke5 Df5 matt) Df3+ oder 3.Kf4 Ld6+! 4.Dxd6 (4.Kg4 Dh5 matt) Dh2+. Oh, diese Diagonalen! BILD