Sechs Wochen vor Beginn der Fußball-WM hat der Weltfußballverband Fifa eine herbe Niederlage einstecken müssen. Der Bundesgerichtshof (BGH) in Karlsruhe löschte die Fifa-Marke Fußball-WM 2006 vollständig. Damit können alle Unternehmen, die das Großereignis als Werbeplattform nutzen wollen, >Fußball-WM 2006< auf ihre Produkte drucken, ohne dass die Fifa sie daran hindern kann, sagt Jan Krekel von der Kanzlei Nörr Stiefenhofer Lutz in München.

Die Fifa hatte die Bezeichnungen Fußball WM 2006 und WM 2006 beim Deutschen Patent- und Markenamt für mehr als 850 Waren und Dienstleistungen eintragen lassen, um die Exklusivrechte ihrer Sponsoren zu schützen. Dagegen waren die Agentur Kulturwerbung Nord und Ferrero (Kinderschokolade, Überraschungseier) vorgegangen.

Im Parallelprozess um die Marke WM 2006 kassierten die Karlsruher Richter hingegen nicht alle eingetragenen Waren und Dienstleistungen. Für 520 bestätigten sie den Markenschutz, für 340 Produkte, die laut BGH in unmittelbarem Zusammenhang mit der Ausrichtung einer Fußball-WM stünden, lehnten sie ihn ab, etwa für Bierkrüge, Postkarten, Fähnchen, Uhren, Spielzeuge und Fußbälle. Ob die Marke WM 2006 auch für die restlichen Waren und Dienstleistungen frei verwendet werden darf, muss nun das Bundespatentgericht klären. Der BGH wies den Rechtsstreit zwischen Ferrero und Fifa an die Vorinstanz zurück.