Frankreich en détail – bietet kartografisch der Michelin-Straßenatlas. Selbst für manche Vogesenwanderung wäre er geeignet, so genau sind die Doppelseiten im Maßstab 1:200000 gefertigt. Zum Beispiel ist nicht bloß die kurvige Bergstrecke zur Haut-Koenigsbourg eingezeichnet, sondern ebenso ein schmaler Waldweg, der von diesem viel besuchten Ausflugsziel hinunter ins elsässische Winzerstädtchen Ribauvillé führt. Landschaftsformen wurden dezent geschummert, das Verkehrsnetz differenziert genug dargestellt. Mit dieser spiralgehefteten Broschur dürfte es auf Autobahnen, Nationalstraßen und abseits davon kaum Probleme geben. Für Fahrten durch 75 Stadtzentren gibt es Citypläne, in denen deutlich markierte Symbole auf Sehenswürdigkeiten, Freizeiteinrichtungen oder Einkaufszentren verweisen. Eine formidable Orientierungshilfe! WH

"Frankreich: Straßen- und Reiseatlas"; Michelin Reise-Verlag, Landau-Mörlheim 2005; 414 S., 19,90 €

Kreuzfahrtexperte Douglas Ward bleibt bei seiner Meinung: "Cruising is cool." Alle Jahre wieder testet er Service und Sicherheit auf den weißen Flotten der sieben Weltmeere. Die jüngste Auflage des englischen Berlitz Complete Guide ist dick wie zwei Deckplanken und so gehaltvoll wie nie zuvor. In der Einführung wird der Markt der Möglichkeiten sondiert: Frachter, Luxusliner oder Segelyacht – das ist hier die Frage. Was kostet die Welt der schwimmenden Hotels? Wohin auf Hochzeitsreise? Im Hauptteil geht der Kreuzfahrtpapst Ward selbst an Bord. 269 Schiffe beschreibt er detailliert in alphabetischer Reihenfolge von A(dventure of the Seas) bis Z(uiderdam), inspiziert mit pedantischer Genauigkeit Kabinen, Küche, Unterhaltung. Und teilt zur Belobigung maximal fünf Sterne aus, die wie immer seit sechs Jahren über der Europa von Hapag-Lloyd funkeln. cs

Douglas Ward: "Complete Guide to Cruising & Cruise Ships 2006"; Berlitz im Langenscheidt Verlag, München 2005; 672 S., 29,90 €

Mit einem Pilgerführer aus dem zwölften Jahrhundert im Gepäck und einem Esel namens Shinto, fasziniert von Wallfahrergeschichten, doch bis ins Mark skeptisch gegenüber jedem Heiligenkult, macht sich Tim Moore auf den Weg nach Santiago de Compostela, wo sich der Legende nach das Grab des Apostels Jakobus befindet. Der englische Reisejournalist, der bereits mit seinem Tour-de-France-Selbstversuch Alpenpässe und Anchovis für komischen Lesestoff gesorgt hat, verquickt auch dieses Mal – sehr britisch und sehr pfiffig – seine skurrilen Erlebnisse mit informativen Details. Zwei Esel auf dem Jakobsweg erzählt das Abenteuer eines bekennenden Heiden, der mit einem störrischen Lastentier 800 Kilometer weit über die Pyrenäen und quer durch Spaniens Norden läuft, um dem Geheimnis des berühmten camino auf die Spur zu kommen. Ein ziemlich anderes Pilgerbuch. H. K.

Tim Moore: "Zwei Esel auf dem Jakobsweg"; Deutsch von Olaf Bentkämper; Covadonga Verlag, Bielefeld 2005; 379 S., 14,80 €

Vom Palast der Kleopatra, der während eines Erdbebens vor der Hafenstadt Alexandria im Meer versank, schien nichts geblieben als ein Mythos. Doch dann entdeckte der französische Unterwasserarchäologe Franck Goddio die Ruinen. In jahrelangen Tauchgängen gelang es ihm und seinem Team, zweitausendjährige Säulen und Statuen von Göttern und Pharaonen zu bergen – oft bis zur Unkenntlichkeit mit einem Pelz aus Algen überzogen. Dieses Museum unter dem Meer stellt Goddio in fantastischen Farbfotos vor, die durch die Entwicklung spezialisierter Unterwasserkameras möglich wurden. Die gesamte Hafenanlage Alexandrias wird als 3-D-Modell ausgebreitet, mit Becken, Piers und dem berühmten Leuchtturm, der zu den sieben Weltwundern zählt. Zurück bleibt ein überzeugender Eindruck vom Ausmaß einer der bedeutendsten Metropolen des Altertums. No