Wir erinnern uns gerne an gemeinsame Abende und Urlaube in Griechenland und Spanien, in denen wir in Gerd Bucerius einen Lebenskünstler vorfanden. Einen gestandenen Hanseaten, mit dem wir mit Gitarre und Gesang viele schöne Stunden verbrachten. Wenn der Hunger kam, wurde kurzerhand eine Lammkeule oder ein Fisch gebraten. Er hat gerne, oft über Stunden, mit uns gegessen und die Weltgeschichte diskutiert. Es waren Gespräche voller Geistesblitze und Humor. Luxus bedeutete ihm nicht viel. Das Essen konnte schlicht sein, der Wein mit Wasser gemischt, doch unsere Diskussionen waren immer spannend. Hier wurde sein persönliches Interesse an der Welt sichtbar – seine unstillbare Neugier, wie sie großen Verlegern und Journalisten eigen ist. Gerd Bucerius war nicht nur ein Vollblutjurist, sondern auch ein Politiker mit fest verankerten Prinzipien, der auch Menschlichkeit lebte. Kein einfacher Zeitgenosse für viele und dennoch jemand, der auf komplizierte Gedanken gern unkomplizierte, ganz pragmatische Taten folgen ließ. Damit hat er nicht nur seine Heimatstadt Hamburg, sondern durch die ZEIT die gesamte deutsche Gesellschaft mitgeprägt. Gerd Bucerius wird zu Recht als eine der ganz großen Verlegerpersönlichkeiten der deutschen Nachkriegsgeschichte verehrt – für uns war er viel mehr als das: Er war ein Vertrauter, ein Weggenosse und ein Freund. BILD BILD

Lesen Sie Erinnerungen an Gerd Bucerius von:
Helmut Schmidt, Alt-Bundeskanzler » Michael Göring, Vorstandsvorsitzender der ZEIT-Stiftung Ebelin und Gerd Bucerius » Klaus von Dohnanyi, von 1981 bis 1988 Bürgermeister von Hamburg » Gerd Schulte-Hillen, ehemals Vorstandschef von Gruner + Jahr » Robert Leicht, ZEIT-Chefredakteur von 1992 bis 1997 »Zurück zum Artikel:
Der Mann, den wir »Buc« nannten.
Erinnerung an einen aufsässigen Verleger zu seinem 100. Geburtstag »
Lesen sie hier eine Rezension der Dokumentation über Gerd Bucerius , die die ARD am Donnerstag, dem 18. Mai um 23.15 Uhr und der NDR am dienstag, dem 23. Mai um 22.15 Uhr ausstrahlt.

Sehen Sie hier einen Nachruf auf Gerd Bucerius mit Kommentaren von Helmut Schmidt, Theo Sommer, Robert Leicht und der Gräfin Dönhoff.