Als Mensch, der in einem pflegenden Beruf tätig ist, sieht man sich stets mit zwei Klischees konfrontiert:

a) Pflegende sind unterqualifizierte Urinkellner.

b) Krankenpflege: Da kommt Beruf noch von Berufung.

Das erste Klischee wird in der Regel nicht offen formuliert, sondern schwingt im Subtext mit (Krankenpfleger. Muss man da eine Ausbildung machen?).

Auch wenn dies ärgerlich ist, halte ich das zweite, das meist offen und wohlwollend formuliert wird, für gefährlicher. Es suggeriert, dass Pflegekräfte von einem tief sitzenden altruistischen Impuls getrieben werden.

Sie können gar nicht anders - sie müssen pflegen. Ihr Lohn ist das Lächeln der Patienten und eine daraus resultierende tiefe innere Zufriedenheit. Jegliche monetäre Entlohnung ist - im Prinzip - ein Zubrot.

Diese Suggestion wirkt.