Ein von Zukunftsangst geplagter Jurastudent begegnet täglich mehr Kommilitonen mit "acht Sprachen und ausgefallenen Hobbys", als das eigene Ego vertragen kann, und ist auf Auswahlverfahren nicht gut zu sprechen. Wie dankbar war ich für die ätzende Kritik, die hier an McKinsey und damit an der modernen Berufswelt schlechthin geübt wird!

Solidarität mit allen "Verlierern" schien großmütig aus jeder Zeile zu sprechen. In den letzten Abschnitten kam aber ein schaler Beigeschmack hinzu. Die Hauptbotschaft ist wohl eine andere, nämlich: "Sie haben mich genommen."

Paolo Ramadori, Berlin

Die Mitarbeiter bei McKinsey sind alle unheimlich freundlich - und wenn so ein freundlicher und meist kinderlieber Berater doch mal einen Stellenabbau organisieren muss, dann nur, um den Rest der Firma und Mitarbeiter zu retten. Dass so viel Menschenfreundlichkeit fürstlich entlohnt wird, scheint nur konsequent, handelt es sich doch auch noch um die "Elite".

Diesen Eindruck gewinnt man nach der Lektüre der recht naiv wirkenden Tagebuch-Aufzeichnungen der jungen Journalistikstudentin. Kaum ein kritischer Blick hinter die Kulissen, kaum ein Versuch, den eigenen Gedanken (Einfluss auf politische Prozesse?) ein Stück weiter zu folgen, und anscheinend auch kein Blick in die ZEIT Nr. 7/04, in das kritische Dossier mit dem Titel Die Berater-Republik.

Arne Paulsen, Niendorf

Es freut mich, dass Sie Ihr Talent jetzt nicht bei einer eiskalten und moralfreien Beraterfirma einsetzen, sondern in Richtung kritischer Journalismus gehen.