Manisch-depressive Kinder nehmen das Mienenspiel als feindseliger wahr, als es tatsächlich ist. Amerikanische Forscher präsentierten den Kindern Bilder von Gesichtern, die keine emotionale Regung zeigten.

Dennoch empfanden die kleinen Patienten sie als beängstigend. Während der Tests beobachteten die Wissenschaftler die Hirnaktivität der Probanden im Kernspintomografen und stellten fest, dass unter anderem deren linker Mandelkern überaktiv war ein Hirnareal, das bei der Enstehung von Angst eine zentrale Rolle spielt. Je bedrohlicher den Patienten die Mimik erschien, desto höher war die Aktivität in diesem Bereich. Dies könne erklären, warum manisch-depressive Kinder oft aggressiv und reizbar seien, schreiben die Forscher (PNAS online, 29.

Mai 2006).

Guppy-Männchen entgehen ihren Feinden eher, wenn sie mit einem seltenen Farbmuster ausgestattet sind. Das berichtet ein Forscherteam um die Biologin Kimberly A. Hughes von der University of Illinois (Nature, Bd. 441, S. 633). Die Wissenschaftler fischten Guppy-Männchen aus verschiedenen Flüssen in Trinidad, ordneten die Gruppen nach ihren Farbmustern und setzten die Tierchen dann neu sortiert in Wasserbecken aus. Dabei achteten sie darauf, dass in jedem neuen Schwarm Guppys mit einem bestimmten Farbmuster in der Minderzahl waren. Nach fast drei Wochen hatten von den Guppys mit seltener Farbenpracht mehr überlebt als von den Artgenossen mit einem häufigen Farbmuster. Die Forscher vermuten, dass die Räuber Fische mit ungewöhnlichem Aussehen kaum beachteten, weil sie nach bestimmten Farbkombinationen suchten. Das könnte unter anderem erklären, warum in Tierpopulationen im Laufe der Evolution stets genetische Varianten für äußere Merkmale erhalten bleiben.

Den Aufbau einer Maulwurfsnase haben Wissenschaftler der Vanderbilt University und der University of California im Detail untersucht.

Bekannt war, dass Maulwürfe mit ihrer Nase nicht nur riechen, sondern auch sehr gut tasten können im Gegensatz zu den meisten kleinen Säugetieren, die dafür Barthaare entwickelt haben. Ein ganzer Haufen winziger Schwellungen auf der Nase bilden bei den urigen Tierchen das Eimersche Organ. Dieses Tastorgan weist zwei verschiedene Arten von Nervenfasern auf: Außen auf der Nasenspitze gibt es Nervenfasern, die nur Schmerzsignale weiterleiten, weiter innen reagieren Nerven sehr sensibel auf Druck und Berührung. Während der feine Rüssel des Maulwurfs am Boden entlangfährt, nehmen die Schmerzsensoren raue Oberflächen sofort wahr und schützen die empfindlicheren Nervenfasern vor Schäden (PNAS online, 29. Mai 2006).

Sein Hirn war nicht größer als eine Grapefruit. Dem kleinwüchsigen Menschen, der angeblich bis vor 12000 Jahren auf der indonesischen Insel Flores lebte, trauten die Forscher daher wenig zu. Als Schöpfer der Werkzeuge in seiner Nähe galt bislang der moderne Mensch. Adam Brumm, Anthropologe an der Universität Canberra, verglich das steinzeitliche Arbeitsgerät nun mit bis zu 800000 Jahre alten Artefakten von der Insel (Nature, Bd. 441. S. 624). Dabei stieß er auf große Ähnlichkeiten. Seine Vermutung: Der Zwerg Homo floresiensis war sehr wohl ein Werkzeugmacher. Er hatte die Kunst von seinem Vorfahren Homo erectus erlernt.