Seit der Atlanta-Vereinbarung 1997 haben sich die Arbeitsbedingungen der Näherinnen und Näher sowie deren Gesundheitsvorsorge verbessert. Ausbeuterische Kinderarbeit in der Fußballproduktion zumindest in der Öffentlichkeit gehört weitgehend der Vergangenheit an. Jedoch ist die Situation für die Arbeiterinnen und Arbeiter in Sialkot in Pakistan leider nicht so gut, wie es der Artikel vorspiegelt.

Durch die Einführung von großen Nähzentren verloren vor allem viele Frauen die Möglichkeit, in Heimarbeit Fußbälle zu nähen, weil eine Zusammenarbeit von Männern und Frauen im islamisch geprägten Pakistan nicht möglich ist. Um eine durchschnittlich achtköpfige Familie zu ernähren, müssen aber mehrere Familienmitglieder zum Lebensunterhalt beitragen.

Es gibt Alternativen zu den handelsüblichen Bällen der großen Konzerne, und wir als potentielle Käufer(innen) von Fußbällen können einen Beitrag zur Verbesserung der Situation in Pakistan und für faire Bedingungen der pakistanischen Arbeiter(innen) leisten:

Das Fair Handelshaus gepa und ihr Handelspartner Talon Sports aus Sialkot in Pakistan bringen seit 1998 Bälle auf den Markt, die den Näherinnen und Nähern faire Preise zahlen, nämlich zwischen 74 und 97 Prozent mehr als im herkömmlichen Handel. Zudem sind auch die Familienangehörigen gesundheitlich mitversichert. Talon Sports bietet außerdem seinen Näherinnen und Nähern Kleinkredite zur Existenzgründung an und leistete Pionierarbeit beim Aufbau von Frauennähzentren, um den Frauen ihre Einkommensmöglichkeit zu erhalten. Die Familien haben durch die gerechtere Entlohnung mehr finanziellen Spielraum, um zum Beispiel für die Schulbildung ihrer Kinder zu sorgen.

Fair gehandelte Fußbälle werden bundesweit zum Beispiel in den über 800 Weltläden vertrieben.

Anne Elbers, Weltladen Lübeck