Die Erderwärmung wird auch die Fischerei beeinträchtigen und die Preise für Fisch womöglich weiter in die Höhe treiben. In einem Gutachten über die Zukunft der Meere warnt der von der Bundesregierung berufene Wissenschaftliche Beirat Globale Umweltveränderungen (WBGU) davor, dass der bereits messbare Anstieg der Wassertemperaturen "wahrscheinlich erheblichen Anpassungsdruck auf die kommerzielle Fischerei ausüben" werde. Gefährdet seien besonders jene Fischarten, die bereits durch exzessive Nutzung dezimiert seien. Der Kabeljaubestand der Nordsee sei bereits in einem Maße geschrumpft, "das nicht allein mit Überfischung erklärt werden kann", heißt es in der Expertise - die steigenden Wassertemperaturen hätten die Population nach Norden ausweichen lassen.

Fisch ist für weltweit mehr als 2,6 Milliarden Menschen eine wichtige Proteingrundlage. Die Hälfte der Bestände wird maximal ausgebeutet, ein Viertel ist als Folge von Überfischung schon kollabiert. " Diese bereits sehr schwierige Situation wird in Zukunft durch den Klimawandel verschärft", warnt das neunköpfige Wissenschaftlergremium.

Um die Folgen in Grenzen zu halten, rät der WBGU dazu, die Fangkapazität zu reduzieren, Fischereisubventionen zu kappen, Meeresschutzgebiete auf hoher See zu errichten und eine ehrgeizige Klimaschutzpolitik zu betreiben.