Archäologen werden auch in den Alpen fündig. Den Spuren des Menschen in der Wildnis geht seit 25 Jahren der österreichische Verein Anisa nach, dessen wissenschaftlichen Ehrgeiz der aufwändige Jubiläumsband dokumentiert. Die Anisa-Idealisten rekonstruieren hochalpine Wege der Bronzezeit, legen prähistorische Hütten frei oder protokollieren die Veränderungen auf Hochalmen. Ebenso akribisch festgehalten sind die menschlichen Spuren der Moderne wie Schmutzrinden in Gletscherskigebieten. Da werden, auch das lässt sich den beeindruckend engagierten Beiträgen entnehmen, die peniblen Steinekartierer zu zornigen Alpenschützern, die einmal nicht wissenschaftlich korrespondieren, sondern eine Beschwerde an die EU-Kommission Umwelt schicken. Alb

Franz Mandl (Hrsg.): "Alpen. Archäologie, Geschichte, Gletscherforschung" - Anisa, Haus im Ennstal 2006 - 320 S., 39,