Der Bär ist los, der Papst bereist Polen, und beide können das Wort "Diözese" immer noch nicht richtig aussprechen. Der Papst sagt "Diözöse", und der Bär sagt "Grrrrlmpl" –, kurz, Zeit, mal wieder über die Theodizee nachzudenken.

Vor Jahren reiste ich im heißen Hochsommer mit der Regionaleisenbahn durchs Beitrittsgebiet und öffnete schwitzend das Fenster. Ein junger Mensch erhob sich und machte das Fenster, mich mokant anfeixend, wieder zu. Ich hatte ihn im Stillen noch nicht ganz fertig verwünscht, er hatte sich noch nicht wieder richtig hingesetzt, als eine Dame und ein Herr im Abteil erschienen, ihm ihre Ausweise zeigten und ihn in Handschellen abführten. "Das ging aber schnell", dachte ich.

Ebenfalls vor Jahren, während eines Riesenauftriebs in meiner Stammkneipe, mußte ich mich ganz plötzlich (und natürlich völlig grundlos) dringend erbrechen. "Durch das Gedränge schaffe ich es nie rechtzeitig in den Keller aufs Herrenklo", dachte ich, eilte vor die Tür und reiherte zutiefst beschämt von außen gegen die Kneipe. "Gott, wenn es Dich gibt", sagte ich, "läßt Du es ganz rasch heftig regnen." Es blitzte, donnerte sofort danach, und ein Wolkenbruch machte artig alles wieder weg.

Am 26. März hörte ich, wie ein Harburger zum andern sagte: "Morgen werde ich mich in einen von meinen zwei Anzügen zwängen und mich bei Airbus bewerben." Das muß ihm irgendwie zum genuschelten Stoßgebet geronnen sein, denn am nächsten Abend fräste eine Windhose "eine Schneise der Verwüstung", wie es in sämtlichen hiesigen Medien gleichlautend hieß, durch das ohnehin nichts Gutes gewohnte Harburg.

Seit es 1937 gegen seinen Willen mitsamt seinen Raffinerien und seinem unerschöpflichen Humankapital dem pfeffersäckischen Hamburg zugeschlagen wurde, gelingt ihm scheints gar nichts mehr. Bei der Flutkatastrophe saßen die armen Harburger wie ein Mann auf dem Dach, während wir in den grünen Walddörfern, die wir Harburg bestenfalls aus dem Heimatkundeunterricht kannten, trockenen Fußes tonnenweise Korinthen, eine Spende des griechischen Volkes, futterten.

Und erst neulich wieder. Da enthauptete in Harburg ein Türke seine Frau und lieferte den Kopf aus lieber Gewohnheit bei der BP–Tankstelle ab. Ein Nachbar kommentierte das im Fernsehen mit den Worten: "Sowas sind doch keine Loide."

Daraus lernen wir zwei Dinge.