Gut beraten von Bundesumweltministerium und Öko-Institut, tun die Organisatoren der ersten klimaneutralen Fußball-WM alles, um die Erderwärmung aufzuhalten. Im Rahmen ihrer Green-Goal-Kampagne berichten Fifa und DFB, wie sie in allen WM-Städten öffentliche Verkehrsmittel haben bauen lassen, damit fortan die Mehrheit der Fans ohne Auto zum Stadion fährt. Der FKW-freie Kühlschrank wurde erfunden - über tausend kommen in den Stadien zum Einsatz. In der Schweiz wurden Bäche zur Energiegewinnung gestaut: Helvetische Turbinen liefern via raffinierter Substitutionslösung die benötigten 11 bis 13 Gigawattstunden Strom. Und die Hausmeister in den Stadien sammeln eifrig Regenwasser von ihren Dächern.

All diese Projekte, so ist jetzt von der Fifa zu erfahren, entsprächen den "Anforderungen des international renommierten Gütesiegels Gold Standard". Auch die Rasenheizung im Kölner Stadion.

Schade, dass ausgerechnet die UN all dies nicht zur Kenntnis nehmen.

Stattdessen verderben sie mit verfrühten Vorhersagen den grünen WM-Spirit. Bis zum Jahr 2100 werde sich die Erdatmosphäre um 4,5 Grad erwärmen, behauptet der Ende vergangener Woche durchgesickerte Entwurf des UN-Klimaberichts 2007. Bald sei die Arktis eisfrei, der Permafrost weggetaut.

Haben die UN Recht, muss die Fifa nachlegen. Ihr Präsident Joseph S.

Blatter will nun die Kampagne "Zurück zum Leder" vorstellen und alle Methan ausstoßenden Rindviecher zu Fußbällen verarbeiten lassen. Die UN rechnen weiter: Sie warten jetzt erst mal die Spiele ab.