In Ihrem Artikel In der selbst gebauten Falle gehen Sie auch auf meine Arbeiten zum Suchtgedächtnis und zu dessen möglicher Löschung ein.

Dabei stellten sie fest: "Beim Menschen funktioniert das Verfahren nicht."

Dieser Aussage muss ich entschieden widersprechen. Sie ist nachweislich falsch. Im Jahre 2000 wurde mit Heroinsüchtigen eine kleine "Machbarkeitsstudie" von Herrn PD Dr. Götz Mundle durchgeführt.

Obwohl dort einige Varianten ausprobiert wurden und die Studie nicht auf eine Wirksamkeitsprüfung ausgelegt war, ergaben sich vielversprechende Resultate: Die Zahl der nach drei Monaten drogenfreien Behandelten lag um ein Vielfaches über den üblichen Erfolgswerten. Danach fanden keine weiteren Studien mehr an Menschen statt.

Ich selbst bin Biologe und kann keine klinischen Studien durchführen, daher bin ich auf die Zusammenarbeit mit Klinikern angewiesen. Das Ausbleiben weiterer Studien hat mich sehr enttäuscht. Einige Suchtmediziner hatten Interesse signalisiert, die Projekte scheiterten aber wohl an der Finanzierung. In der Regel werden solche Studien von der Pharmaindustrie bezahlt. Wir wissen also bis heute nicht, ob das Konzept übertragbar ist oder nicht. " Pleiten" hat es diesbezüglich nicht gegeben.

Prof. Jochen Wolffgramm, Reutlingen