DIE ZEIT: Herr Lieben-Seutter, wenn in Hamburg über die neue Elbphilharmonie gesprochen wird, ist immer gleich von "Weltklasse" die Rede. Die Architektur, die Akustik, die Programme – alles soll Weltklasse werden. Wie finden Sie diesen Tonfall der Superlative?

Christoph Lieben-Seutter: Es ist eine Vorgabe, die ich ernst nehme. Ich komme vom Wiener Konzerthaus, das zu den besten der Welt zählt, und Vergleichbares will ich auch in Hamburg erreichen.

ZEIT: Sind die Hamburger Ansprüche nicht zu hoch?

Lieben-Seutter: Von Wien aus betrachtet, ist Hamburg keine Musikstadt von internationalem Rang. Aber so ein Ziel zu formulieren ist mir nicht unangenehm.

ZEIT: Was macht eine Musikstadt von Rang aus?

Lieben-Seutter: Wenn Sie in Wien Taxi fahren, weiß jeder Fahrer, was in der Oper gespielt wird, wer dirigiert und welche Intrigen gerade laufen.

ZEIT: Das gibt’s aber wirklich nur in Wien.