Frau Wolz, wie sind Sie dazu gekommen, eine Putzführung im Schloss zu machen?

Das Schloss ist ja ein bisschen tot gewesen. Wir haben nicht mehr so viel Geld reinbekommen, weil wir nicht mehr so viele Empfänge hatten.

Die Staatsempfänge, die auf Augustusburg stattfanden, als Bonn noch Hauptstadt war?

Ja. Als der Breschnew damals hier war, habe ich angefangen, im Schloss zu putzen. Ich habe sie alle gesehen, die Königin Elisabeth, die Beatrix und die Silvia, den Carter und den Reagan. Dann hat mich eines Tages meine Chefin, die Kastellanin, gefragt: Wollen Sie nicht mal eine Putzführung machen? Ich dachte, das ist ein Scherz. War aber keiner. Zuerst hatte ich eine Führung im Monat. In diesem Jahr mache ich fast dreißig. Ich bin schon bis November ausgebucht.

Was macht Ihnen denn mehr Spaß, das Schloss zu putzen oder über das Putzen bei einer Schlossführung zu erzählen?

Über das Putzen zu erzählen. Ich bin immer ganz glücklich, wenn die Leute aus dem Schloss rausgehen und viel gelacht haben. Ich mache gerne Witze und spreche so ein Brühler Kauderwelsch. Ich komme ja aus einer Karnevalsfamilie.

Augustusburg ist Weltkulturerbe und ein Meisterwerk des Rokoko.