In öffentlichen Räumen soll von 2007 an nicht mehr geraucht werden. Das hat Verbraucherschutzminister Horst Seehofer am vergangenen Wochenende angekündigt. Die Deutsche Bahn übt sich bereits im vorauseilenden Gehorsam: In zahlreichen Zügen sind die Raucherwaggons abgeschafft. Und bereits von Oktober an darf auch im Bord-Bistro nicht mehr geraucht werden.

Wie leichtfertig wird hier am Herzstück des deutschen Fernzuges laboriert! Das Bord-Bistro hatte seine Eigenarten: Hier wurde das Knusprige Bistro-Baguette für 4,40 Euro zumeist genauso verschmäht wie die Herzhafte Gulaschsuppe für 4,80. Stattdessen tranken die Gäste Pils oder Wein und zwar immer zur Zigarette. Die Getränke verdeckten nur, dass man ausschließlich des Nikotinlasters wegen das karge, sitzlose Abteil aufsuchte. Es war laut, die Luft war stickig, man konnte mangels Stühlen nur stehen wie auf einer Party zu bester Stunde. Die einsamen, einander fremden Gäste sprachen gerne miteinander, hatte sie doch die Sucht zusammengebracht. Das Eis ward häufig gebrochen, irgendwo in dieser Republik, zwischen Bonn und Berlin, Hamburg und München, derweil die Landschaft sanft am Fenster vorbeizog.

Ohne Raucher dürfte das Bord-Bistro verwaisen, denn an den Speisen lag es nicht, dass es dort bislang so überfüllt war. Ein kleiner Salon stirbt. Dafür werden wir jetzt alle gesünder und riechen sehr rein.