Zu den angenehmeren Herausforderungen dieser Tage gehört es, sich der großen Hitze gemäß zu kleiden und dabei einen Rest von Würde zu erhalten. Proportional zu den steigenden Temperaturen sinken Stilempfinden und Leidensbereitschaft all jener, für die Kleidung nicht nur funktional, sondern auch kommunikativ ist.

Die ursprüngliche Funktion von Kleidung nämlich Schutz zu bieten kehrt sich dieser Tage ins Gegenteil: Fast jedes Kleidungsstück, das man am Körper fühlt, stört.

Irgendwas anziehen kann sich natürlich auch bei größter Hitze jeder aber modisch ein Statement setzen? Jenseits von dreißig Grad steigt naturgemäß der Drang, sich in Kleidungsfragen ein bisschen gehen zu lassen. Lieber das sackartige Sommerkleid anstelle des gegürteten Prada-Modells aus dem Schrank zu holen. Styling reduziert sich jetzt schnell auf Grundsätzliches wie Hemd rein oder raus, Strümpfe ja oder nein und Hosen kurz oder lang.

Lang oder kurz welche Variante hat mehr Stil? Aus Gründen der Ästhetik spricht einiges für die kompromisslose Körperbedeckung.

Aber auch physikalisch gibt es gute Argumente dafür. Die Aufheizung des Körpers durch Sonneneinstrahlung wird durch Bedeckung vermindert, sagt Ralf Vogelgesang, Festkörperphysiker am Max-Planck-Institut in Stuttgart. Möglichst helle Kleidung beeinflusst die Umkehrrichtung der Sonnenstrahlen. Ideal wären spiegelnde, mit Gold beschichtete Stoffe. Die Sonne würde dann den Körper gar nicht erreichen, sondern abgestrahlt.

Und wer nicht als Spiegel gehen mag? Abzuraten sei auf jeden Fall von Plastikstoffen, so Vogelgesang. Plastik ist ein Killer, denn es hält Wasser zurück. Gerade indem man jedoch den Wasserverdunstungseffekt erleichtert, kühlt der Körper schneller und besser ab. Hitze wird in Form von Wasserdampf abgeführt.

Der Physiker empfieht goldbeschichtete Stoffe