Mal heißen sie Aydin und kommen aus Berlin, mal sind es die Idics aus Düsseldorf. Die Namen ändern sich, die Fälle sind die gleichen: Jahrelang haben türkische, kosovarische oder afrikanische Zuzügler in Deutschland gelebt, die Kinder sind hier geboren, sprechen (nur) deutsch, die Eltern sind unbescholten. Alle, vom Lehrer bis zum Bürgermeister, setzen sich für die Familie ein die trotzdem abgeschoben wird, weil sie keinen rechtmäßigen Aufenthaltstitel hat.

Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble strebt nun eine Regelung an, die vielen der rund 150000 Altfälle ein dauerhaftes Bleiberecht einräumen soll. Schäuble will das Problem also angehen. Sehr gut. Dass er es geduldeten Ausländern außerdem erleichtern will, Arbeit aufzunehmen, spricht dafür, dass nun mehr Rationalität und Humanität in die ausländerrechtliche Praxis einziehen soll. Ende gut, alles gut?

Mitnichten. Schließlich haben die Länder ein Wort mitzureden. Seit Jahr und Tag beschäftigen sich die Innenminister schon mit dem Thema Altfallregelung, bislang scheiterte es meistens am Veto der unionsregierten Länder, allen voran Bayern und Niedersachsen. Eine Regelung, bei der etwa nur solche Ausländer bleiben dürfen, die mehrjährige Berufstätigkeit nachweisen können, hilft den wenigsten, denn Geduldete haben per Gesetz nur einen nachrangigen Zugang zum Arbeitsmarkt. Anstatt weiter auf die Länder zu hoffen, könnte Schäuble auch ein Bundesgesetz erlassen. Das wäre zwar zustimmungspflichtig, aber die Länder würden immerhin zu einem öffentlichen Nein gezwungen.

Und der Bundesminister könnte deutlich machen, dass es ihm mit der Ausländerintegration so ernst ist wie mit der Terrorabwehr.