Henry Kravis ist wieder da. Erst vor zwei Wochen hatte sein Konkurrent Stephen Schwarzman von Blackstone bekannt gegeben, den größten Private-Equity-Fonds aller Zeiten geschlossen zu haben. 15,6 Milliarden Dollar hatte Schwarzman bei Investoren eingesammelt, etwas mehr als Kravis, dessen Gesellschaft Kohlberg Kravis Roberts (KKR) Medienberichten zufolge bald bei nur 15,5 Milliarden Dollar landen soll. Ein Ärgernis für Kravis, wie Schwarzman Milliardär und einer der Veteranen in der Finanzinvestoren-Szene.

Jetzt ist es KKR, das einen neuen Rekord vermelden kann. Zusammen mit Bain Capital und Merrill Lynch zahlt die Gesellschaft für den US-Klinikbetreiber HCA rund 33 Milliarden Dollar inklusive Schulden so viel haben Finanzinvestoren noch nie zuvor gezahlt. Und als ob das nicht schon genug wäre, bietet KKR in diesen Tagen gut drei Milliarden Euro für die Mehrheit an den Gelben Seiten in Frankreich und zusammen mit Silver Lake Partners mehr als acht Milliarden Euro für die Halbleitersparte von Philips.

Finanzinvestoren stoßen derzeit in neue Dimensionen vor. Einige Häuser erhielten zuletzt deutlich mehr als zehn Milliarden Dollar anvertraut.

Weil sie dieses Eigenkapital im Verhältnis von 30 zu 70 oder gar 20 zu 80 mit Krediten von Banken kombinieren können, sind ihnen riesige Deals möglich. Noch aber werden zweistellige Milliardenpreise vorrangig in den USA gezahlt. In Europa gab es dem Informationsdienst Incisive Media zufolge im ersten Halbjahr 2006 Transaktionen im Wert von insgesamt 77 Milliarden Euro.