Im Gaza-Streifen leben nach palästinensischen Angaben 1,5 Millionen ganz überwiegend sunnitische Araber. Das 365 Quadratkilometer große Gebiet besteht weithin aus Sand und Dünen und ist nur zu 13 Prozent agrarisch nutzbar. Es gilt als eine der ärmsten und zugleich am dichtesten besiedelten Regionen der Welt. Über die Hälfte der Bevölkerung ist unter 15 Jahre alt, zu rund 60 Prozent besteht sie aus Flüchtlingen aus der Zeit der israelischen Staatsgründung 1948 und deren Nachkommen. Hauptexportartikel sind Zitrusfrüchte und Schnittblumen, die in Familienbetrieben angebaut und, wie Textilien und Olivenprodukte, meist nach Israel und Ägypten ausgeführt werden. Die Grenzübergänge waren allerdings immer wieder wegen politischer Spannungen gesperrt. Israel kontrolliert zudem die Außengrenzen des Gebietes in der Luft und zur See.

Bis 1967 war der Gaza-Streifen von Ägypten besetzt, ehe er im Sechstagekrieg von Israel erobert wurde. Seit dem Kairoer Abkommen von 1994 steht er teils unter palästinensischer Selbstverwaltung. Seit der zweiten Intifada im Jahr 2000 kommt es immer wieder zu blutigen Kämpfen mit Israels Armee; der Gaza-Streifen ist eine Hochburg der radikalislamischen Hamas.

Der israelische Ministerpräsident Ariel Scharon setzte den Abzug der Israelis aus Gaza – verbunden mit dem Abbau der jüdischen Siedlungen – durch. Am 12. September 2005 endete dort nach 38 Jahren die Militärpräsenz Israels. Der Abzug wurde von den Palästinensern frenetisch gefeiert. Allerdings kam es zu Zwischenfällen. Scharon wies die Streitkräfte an, Raketenangriffe militanter Palästinenser vom Gaza-Streifen aus auf israelische Städte zu unterbinden. Dazu soll eine 2,5 Kilometer breite Sperrzone im nördlichen Gaza-Streifen errichtet werden. Palästinenser dürfen sie nicht betreten. Nachdem bei einem Überfall auf einen israelischen Grenzposten ein verletzter israelischer Grenzsoldat verschleppt wurde, marschierte die israelische Armee am 27. Juni 2006 im Gaza-Streifen wieder ein. DZ