Der Absturz der Börsen scheint erstmal vorbei zu sein, doch für einen Sommeraufschwung fehlt die Kraft. Vielleicht liegt es auch an der Hitze, die potenzielle Aktienkäufer träge macht und wichtigere Transaktionen auf den Herbst schieben lässt. Doch vor allem sind die Börsen unsicher. In den USA schwanken die Anleger zwischen Euphorie und Depression ; nichts fürchten sie so sehr wie weitere Zinserhöhungen, die letztlich die Konjunktur ausbremsen könnten. Auch in Euroland schauen die Investoren auf die Zentralbank. Der EZB-Rat tagt am 3. August und dürfte den Leitzinssatz bei dieser Gelegenheit um 25 Basispunkte auf 3,00 Prozent anheben. Das gilt als sicher, seit Zentralbankpräsident Trichet auf seiner jüngsten Pressekonferenz von "großer Wachsamkeit" gesprochen hat.

Angesichts der bewaffneten Auseinandersetzungen in Nahost flüchten auch die Investoren aus der Region. Die Akteinkurse in Israel und Jordanien stürzen ab. Die Indische Börse verzeichnet ebenfalls Verluste. Dabei hatte der lokale Index Sensex unmittelbar nach den Anschlägen in Mumbai vor etwa zwei Wochen sogar noch zugelegt. Besser hingegen sieht es in Osteuropa aus, wo die Börse des Spitzenreiters Polen sogar mehr als 20 Prozent gewann. Und auch in das Schwellenland Türkei scheinen die Anleger nach ihrer panikartigen Flucht vor zweieinhalb Monaten wieder zurückzukehren. Erste institutionelle Investoren geben vorsichtige Entwarnung, doch das Wechselkursrisiko ist immer noch hoch.

Je weiter die Zinsen steigen, desto besser stellen sich festverzinsliche Wertpapiere im Vergleich zu Aktien. Sehr lange fest anlegen sollten Sparer ihr Geld allerdings nicht, denn nur so bleiben sie flexibel und können ihr Geld umschichten, sobald die Zinsen weiter steigen. Und selbst eine höchst kurzfristige Anlage auf einem Tagesgeldkonto kann sich inzwischen lohnen. Immer mehr Banken bieten Sparern einen Zinssatz mit einer drei vor dem Komma, meldet die Zeitschrift Finanztest.

Früher, vor dem Beitritt Irlands zur EU, lag die Arbeitslosenquote auf Irland bei mehr als 20 Prozent. Doch seit Anfang der 90er Jahre boomt das Land. Der EU-Beitritt eröffnete der zuvor eher abgeschotteten Insel einen großen Exportmarkt - und den Zugang zu den EU-Subventionstöpfen. Mit dem Brüsseler Geld und zusätzlich einer aktiven Bildungs- und Ansiedlungspolitik sowie Steuervereinfachungen schaffte das Land den Aufschwung. Heute liegt das BIP ebenso wie die Wachstumsrate deutlich über dem EU-Durchschnitt, die Arbeitslosigkeit darunter. Allerdings treibt der Boom auch die Inflation.