Der Trend beim Nasdaq weist nach unten. Wie in Deutschland sind auch in den USA die Kurse der Technologie-Aktien besonders stark eingebrochen. Bankexperten glauben jedoch, dass es sich lohnen könnte, künftig auf einzelne Software- oder Telekommunikationswerte zu setzen.

IT-Aktien gehören ebenfalls zu den Technologiewerten. Sie sind derzeit allerdings nicht besonders gefragt. Der Hintergrund sind Gewinnwarnungen einiger Tech-Konzerne. So enttäuschten Amazon, Ebay, Yahoo und Dell die Erwartungen der Anleger, diese reagierten mit dem Verkauf ihrer Papiere. Hoch im Kurs stehen hingegen die Gesundheits-, Versorger- und Energieaktien. Zwar wurden die deutschen Stromkonzerne jüngst dazu verdonnert, ihre Netze zu geringeren Gebühren für die Konkurrenz zu öffnen, doch die Anleger störte das kaum. Die Branche ist auf Fusionskurs und beflügelt damit die Hoffnung der Aktionäre. Prominentes Beispiel ist Eon, der mit der spanischen Endesa zusammengehen will.

Am Donnerstag hat die Europäische Zentralbank ihren Leitzins weiter erhöht, nun steht er bei 3,0 Prozent. Gut für die Anleger: Schon nach den vergangenen Zinsschritten waren die Zinsen mancher Sparkonten gestiegen. Wer einen Kredit aufnehmen oder ablösen muss, steht nun allerdings schlechter da als zuvor. Im Gegensatz zur EZB hat die US-Zentralbank Fed signalisiert, ihre Zinsen zunächst nicht weiter anheben zu wollen. Volkswirte fürchten nun, die unterschiedliche Zinspolitik auf beiden Seiten des Atlantiks könne den Dollar belasten und den Außenwert des Euro steigern - schlecht für die europäische und vor allem die exportgetriebene deutsche Volkswirtschaft, die stark von der Nachfrage aus den USA abhängt.

Noch wächst die Wirtschaft in den Vereinigten Staaten zwar deutlich stärker als in den europäischen Staaten. Doch die US-Immobilienpreise sinken, und das belastet den privaten Konsum, denn traditionell finanzieren die Verbraucher in den USA ihre Anschaffungen durch Hypothekenkredite. Schon verlangsamt sich jenseits des Atlantik das Wirtschaftswachstum. Sollte es in den USA tatsächlich zu einer Rezession kommen, wie manche Beobachter fürchten, würde sie wohl auch auf Europa übergreifen.

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