Was tut sein Senat dagegen? Wie bekämpft der Bürgermeister die Armut, die ihn so umzutreiben scheint? Das war leider nicht zu erfahren. Die Bitte um ein weiteres Interview über die Armut in Hamburg lehnte Ole von Beust ab, ohne Begründung.

Auch die Sozialsenatorin und Zweite Bürgermeisterin Birgit Schnieber-Jastram (CDU) verweigerte ein Interview. Ihr haftet der Ruf an, sie kürze und streiche nicht nur aus Sparzwang, sondern aus Überzeugung. Selbst der Hamburger Unternehmerverband, sonst der CDU durchaus gewogen, sah sich kürzlich zur Kritik veranlasst. Bei einer Umfrage unter seinen Mitgliedern zur Arbeit des Senats bekam die Landesregierung gute Noten – bis auf die Sozialsenatorin, ihr warfen die Manager vor, »dass die Situation sozialschwächerer Familien sich in der Hansestadt verschärft habe«.

Schnieber-Jastram schickte ihren Staatsrat Dietrich Wersich zum Interview vor – der kein Politiker ist, sondern ein Beamter. Tapfer verteidigt er die Sozialpolitik des Senats, selbst die Einführung von 13 Euro Essengeld pro Monat in den Kindertagesstätten, die auch Hartz-IV-Empfänger bezahlen müssen. Das mache doch gerade mal 60 Cent pro Mahlzeit aus, meint er jovial, das sei auch Hartz-IV-Empfängern zuzumuten.

* Name von der Redaktion geändert

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