Drittes Phänomen: das Kardinal-Groer-Prinzip . Selbst auf schwerste Verfehlungen folgen Verharmlosung und Corpsgeist. Das ist möglich, weil Gewaltenteilung und öffentliche Kontrolle in Wien so schlecht ausgebildet sind. Wiens ältere Strafrichter stehen zu Recht im Ruf, der Polizei – die für die Gerichte die Drecksarbeit macht – nicht wirklich wehtun zu wollen. Und Wiens Boulevardmedien (hier vor allem die Krone) fahren einen Kuschelkurs, weil es Herausgeber Hans Dichand und seine Leser so wollen – Krone- Redakteure bestätigen das immer wieder. Auch die Innenminister aller Couleur zeigen bei Fehlverhalten erstaunlich oft Verständnis. Sie wollen sich so dem Boulevard anbiedern, wissen aber auch seit Innenminister Caspar Einems Fall, dass man sich mit Polizeigewerkschaftern nicht anlegt.

Unfähigkeit, Corpsgeist, Feigheit, mangelnde Gewaltentrennung: Das sind die Gründe, wieso es vor Gericht keinen Unterschied macht, ob ein Polizist ein Tier oder einen Menschen malträtiert.