Der Eindämmung der Opiumproduktion ist ein erklärtes Ziel der westlichen Entwicklungshilfe für Afghanistan und ganz offenbar ein grandioser Fehlschlag. Denn in diesem Jahr wird das Land nach Angaben des Wiener UN-Büros für Drogen- und Verbrechensbekämpfung 6100 Tonnen Rohopium ernten. Im Vergleich zum Vorjahr steigerten Bauern und Drogenbarone ihre Produktion damit noch einmal um 50 Prozent. Und auch die Fläche, auf der Schlafmohn angebaut wird, hat sich in diesem Jahr um mehr als die Hälfte vergrößert. Inzwischen liefern die Afghanen rund 92 Prozent des weltweit verkauften Opiums, 2000 waren es noch 70 Prozent. Rund zwei Millionen afghanische Bauern haben dank des Anbaus von Opium ein geregeltes Einkommen. Und die 2,7 Milliarden US-Dollar, die der Opiumexport einbringt, machen immerhin die Hälfte des afghanischen Bruttoinlandsproduktes aus. Was angesichts dieser Zahlen Deutschland mit 15 Millionen Euro im Kampf gegen den Drogenanbau in Afghanistan ausrichten will, bleibt das Geheimnis der Berliner Politiker.