Sie meinten, gegen eine mediale und ökonomische Übermacht anzutreten, gegen das Prinzip der Gleichmacherei, gegen einen westlichen Universalismus. Doch ihr Terror reproduzierte genau dieses Prinzip: Als die Türme stürzten, wurde alles gleichgeschaltet, alle Medien zeigten dasselbe. Wenn es je ein Bild gegeben hat, das universal war, dann ist es das Bild des 11. September.

Der Traum von einem solchen Bild, von einer Sprache, die alle Grenzen überwindet, ist mindestens so alt wie die Moderne. Vor allem die Künstler der Avantgarde liebten diesen Traum. Piet Mondrian sprach 1919 vom "Heimweh nach dem Universalen" und wollte mit seiner Kunst ein allverständliches Zeichensystem begründen. Ähnlich schwärmte Wassily Kandinsky von Bildern, die "in der letzten Consequenz keine Grenzen und Völker, sondern die Menschheit" kennen. Makabererweise haben nun die Terroristen solche Menschheitsbilder hervorgebracht. Menschheitsbilder, denen alles Menschliche fehlt.