Während Pflüger versucht, mit Fotos vom Familienglück zu punkten, hat Wowereit das Kunststück fertig gebracht, das Gefühl von Nähe durch das Gegenteil von Privatheit, nämlich geschickt inszenierte Öffentlichkeit zu simulieren. Man weiß, dass er schwul ist, Golf spielt, gerne kocht, dank der regelmäßigen Versteigerung von Wowi-Bären hat mancher Berliner das Gefühl, der Regierende persönlich säße bei ihm auf dem Sofa. Doch in Wahrheit gibt es kein Bild des privaten Wowereit, keine Homestorys, keine Kinderfotos, keine Interviews des Lebensgefährten.

Wenn es um ihn persönlich geht, hält Wowereit sich bedeckt.

Seine Karriere sei das Ergebnis von Prozessen, hat er mal gesagt.

Optionen mehren, bereit sein, im richtigen Moment zugreifen, so kommt man in der Politik nach oben, die wenigsten rütteln an Türen. Wer weiß, welche Prozesse die SPD in den nächsten zehn Jahren mitmacht?

Wer hätte gedacht, dass Kurt Beck mal Vorsitzender sein würde? Also, sagt der Regierende Bürgermeister und setzt sein unschuldigstes Katergesicht auf, in fünf Jahren bin ich im Roten Rathaus. Und in zehn Jahren in Berlin. Präziser kann mans doch nicht sagen, oder?