Einen Unterwassersee aus Kohlendioxid hat ein japanisch-deutsches Team von Meeresforschern entdeckt. Er liegt im Ostchinesischen Meer in 1300 Meter Tiefe vor Taiwan und ist von einer 20 Zentimeter dicken Sedimentschicht bedeckt (PNAS Online Edition, 1. September). Der Fund ist nicht nur von Interesse für Biologen, die nun das Leben in solch ungewöhnlicher Umgebung studieren können, sondern auch für Politiker und Klimaschützer, die überlegen, Kohlendioxid aus Abgasen in den Ozeanen zu versenken. Die Bohrungen deuten darauf hin, dass in dem sauren Milieu nur hoch spezialisierte Mikroben überleben. Größere Lebewesen fehlen völlig. Zudem erwies sich der exotische See als höchst störempfindlich: Da in dieser Tiefe flüssiges Kohlendioxid leichter als Wasser ist, schossen schon bei der ersten Probebohrung kräftige Blasen nach oben.

Mit einer Art Hütchenspiel belegen Leipziger Anthropologen den gemeinsamen Ursprung der Denkstrategien von Menschenaffen und Kleinkindern. Beim Auffinden eines versteckten Gegenstandes bevorzugen Orang-Utans, Gorillas, Bonobos und Schimpansen dieselbe Taktik wie einjährige Kinder. Sie alle finden ein begehrtes Objekt leichter, wenn es am selben Ort unter verschiedenen Gegenständen versteckt wird.

Schwer tun sie sich, wenn es unter ein und demselben Hütchen an verschiedene Orte verschoben wird. Diese angeborene Gemeinsamkeit ist jedoch nicht von Dauer. Mit drei Jahren geben Kinder die Ortsfixierung auf und behalten eher das Hütchen im Auge (Current Biology, Bd. 16, S. 1).

Mystische Erfahrungen lassen sich nicht auf eine Hirnregion eingrenzen. Mit diesem Ergebnis widerspricht der Neurologe Mario Beauregard von der University of Montreal jenen Forschern, die gerne von einem spezifischen Gottes-Modul im Gehirn fabulieren. Beauregard untersuchte 15 Karmeliternonnen, die sich ihr stärkstes spirituelles Erlebnis in Erinnerung rufen sollten. Dabei zeigte sich im Kernspintomografen mindestens ein Dutzend verschiedener Hirnareale aktiv. Der Allmächtige manifestiert sich also wenn er es denn tut nicht in einem Modul, sondern in einem neuronalen Netzwerk (Neuroscience Letters, Bd. 405, S. 186).