Genau das geschah bei der Cougar Ace. Und ganz ohne Dramatik verlief das Wiederaufrichten des Schiffs nicht: Bei der Vorbereitung des Projekts rutschte ein Mitarbeiter der Rettungsfirma auf dem schiefen Deck ab, stürzte mit dem Kopf auf eine Metallwand und starb.

Schon lange vor der Havarie der Cougar Ace hatten Kritiker vor dem Ballastwasser-Tausch auf hoher See gewarnt, dieser berge Risiken bis hin zum Kentern. Umweltschützer hingegen verweisen ebenfalls auf Risiken. Bleibt nämlich das stabilisierende Wasser an Bord, kann dies fatale Nebenwirkungen haben. So wird etwa der Schaden, den per Ballast aus den Tropen eingeschleppte Schiffsbohrwürmer in den letzten zehn Jahren an hölzernen Hafenanlagen in der Ostsee verursacht haben, auf zwanzig Millionen Euro geschätzt.

Algen, Muscheln, Krebse, sogar bis zu fünfzehn Zentimeter lange Fische reisen als blinde Passagiere um die Welt. Ein spektakulärer Fall ist die Zebramuschel. Sie stammt aus dem Kaspischen und dem Schwarzen Meer und macht nun in den Großen Seen der USA Ärger. Sie verstopft dort Einlaufrohre von Kraftwerken und Industrieanlagen und verursacht teure Reparaturen.

Biologen haben über tausend verschiedene Tier- und Pflanzenarten in Ballastwasser nachgewiesen. Die Reise im Tank überstehen die Kleinlebewesen vor allem dann, wenn sie nonstop von Hafen zu Hafen gelangen. Wassertausch auf hoher See reduziert die Verschleppungsgefahr, da die meisten Küstenarten dort kaum überleben - umgekehrt mögen Hochseeorganismen Küstenwasser nicht.

Sind die Autos vom schrägen Schiff noch verkaufsfähig?

Die schärfsten Vorschriften haben bisher die USA erlassen. Von 2009 an wird ein Abkommen auch international greifen. Spätestens von 2016 an müssen alle Schiffe ihr Ballastwasser an Bord so desinfizieren, dass kein Schädling darin überlebt. Vom Bestrahlen mit UV-Licht über Erhitzen bis hin zur chemischen Desinfektion sind noch verschiedene Techniken in der Entwicklung. Der Markt ist groß. Mehr als 50000 Hochseeschiffe sind auf den Meeren unterwegs. Pro Jahr bewegen sie bis zu 12 Milliarden Kubikmeter Ballastwasser.

Die umgekippte Cougar Ace ist zum Glück in keinen Sturm geraten. So konnte sie zunächst in die seichte Bucht einer Aleuten-Insel geschleppt werden. Dort wurde ihr Kiel durch geschicktes Umpumpen des Ballastwassers ganz langsam wieder nach unten gedrückt. Die Bergungsfirma hatte den Ablauf zuvor in einem Computermodell simuliert.