Das Management der Nasa war nicht sonderlich einfallsreich, als es um den Namen des nächsten bemannten Weltraumfahrzeugs ging: Orion soll der Nachfolger der Spaceshuttles heißen. Das ist ungefähr so originell wie "Waldi" für einen Dackel. Schon die Apollo-Mondfähre von 1972 hieß Orion, den gleichen Namen trug in den 1960er Jahren das Projekt für ein nukleargetriebenes Planetenvehikel. Zudem können sich deutsche Fernsehzuschauer an die Serie Raumpatrouille Orion erinnern, die im Schwarzweiß-Zeitalter Einschaltquoten jenseits der 50 Prozent erzielte.

Der Name Orion ist also bewährt, und nur darauf kommt es jetzt an bei der Nasa. Der Spaceshuttle ist an seiner Unzuverlässigkeit gescheitert, für die Verwirklichung neuer Visionen fehlt das Geld. Bleibt die Rückkehr zu alten Rezepten: Eine Kapsel fliegt mit einer Einwegrakete ins All und schwebt an Fallschirmen zurück zur Erde. Das kann auch Nasa-Chef Michael Griffin nicht als Innovation verkaufen, und so preist er Orion als "gedopte Version von Apollo".

Aber alt muss nicht veraltet bedeuten, wie der bis heute andauernde Erfolg der Raumpatrouille Orion zeigt. Die deutschen Science-Fiction-Pioniere staffierten die Brücke ihrer Orion mit Bügeleisengriffen aus, modellierten Sternexplosionen mit brennenden Holzkugeln – und erzielten damit visuelle Effekte, die viele Zuschauer heute den Computerkreationen aus Hollywood vorziehen. Vielleicht setzt die Nasa ja deshalb auf Nostalgie: Die Wild Sixties sind schwer angesagt.