Im Verkehr der Zukunft senken Rechner die Unfallraten

Wenn das mal gut geht Diesen Stoßseufzer samt dem furchtsamen Blick in den Rückspiegel kennen die meisten Autofahrer, die, von einem Lastwagen verfolgt, voll bremsen mussten. Sekundenbruchteile voller Angst, dann stehen die 40 Tonnen Nutzfahrzeug fauchend und qualmend knapp hinter dem filigranen Pkw. Oder neben ihm, auf der Standspur.

Oder eben auch nicht.

Der Mensch ist nicht dafür geschaffen, stundenlang hellwach und reaktionsschnell Kolonne zu fahren. Unfallforscher behaupten, in 39 Prozent aller Auffahrunfälle werde überhaupt nicht gebremst der Fahrer ist abgelenkt oder eingenickt. Die Folgen sind oft schrecklich.

Etwa an jedem siebten Verkehrsunfall mit Todesfolge ist ein Lkw beteiligt. Und fast 55 Prozent der tödlichen Lkw-Unfälle sind Auffahrunfälle. Der bange Blick in den Spiegel ist berechtigt.

Mercedes will das jetzt ändern. Seit diesem Sommer verkauft der Nutzfahrzeughersteller einen Lastwagen, der in Gefahr und großer Not selbst die Regie übernimmt: Rast der Safety-Truck auf ein vor ihm fahrendes Hindernis zu, ohne dass der Fahrer angemessen reagiert, übernimmt ABA, der Aktive Brems-Assistent, das Pedal. Erstmals stoppt ein auf der Straße zugelassenes Automobil bei Versagen des Chauffeurs mit voller Kraft: eine Weltpremiere.

Technische Grundlage der automatischen Notbremse ist der Abstandsregeltempomat. Diesen Komfort leistet sich mancher Eigner einer Luxuslimousine, mittlerweile wird er auch für schwere Trucks angeboten. Vom Abstandsregeltempomaten verwöhnte Fahrer müssen eigentlich nur noch lenken. Bremsen und Gasgeben übernimmt der Bordcomputer. Drei Radarsensoren kontrollieren die Straße. Erkennt das System ein langsameres Hindernis, das im Weg ist, bremst der Abstandsregler selbsttätig ab, und das Gefährt zuckelt im angemessenen Abstand hinterher. Biegt das Hindernis ab oder wechselt man auf die Überholspur, wird automatisch wieder bis zum Wunschtempo beschleunigt.